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Hilfe – ich bin hochbegabt! Na und? (Mathias Wais)

Ein Ermutigungs- und Solidaritätsbuch von klugen Kindern für kluge Kinder soll es laut Klappentext sein. Und genau das ist es auch und zwar in mehrfacher Hinsicht:

 

Das Buch ist aus vielen Gesprächen mit hochbegabten Kindern entstanden (sie nennen sich übrigens schlaue Füchse) und schildert die Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken hochbegabter Kinder. Schon alleine dadurch vermittelt es den Kindern, die es lesen: „Du bist nicht alleine mit deiner Hochbegabung, auch wenn du manchmal vielleicht diesen Eindruck hast. Es gibt viele andere Kinder, die so sind wie du, denen es so geht wie dir.“

 

Die beiden anderen Botschaften, die sich durch das Buch ziehen, sind:  

11Manche Schwierigkeiten kann und muss man nicht alleine lösen, schon gar nicht, wenn man ein Kind ist. Es ist also keine Schwäche, wenn man mit den Eltern oder Lehrer oder anderen Erwachsenen darüber spricht und sich Hilfe holt. Das immer wieder zu betonen, kann gerade für hochbegabte Kinder wichtig sein, weil sie gewohnt sind – und es vielleicht von sich selbst erwarten – dass sie alle Probleme „mit ihrem Super-Hirn“ selbst lösen können.

2. Bei allem, was hochbegabte Kinder von anderen Kinder unterscheidet – und die Kinder nehmen diese Unterschiede sehr wohl wahr – bleibt trotzdem sehr viel, wo sie genau so sind wie andere Kinder. Diese Gemeinsamkeiten darf man nicht aus den Augen verlieren und es ist gut, Kinder und Eltern immer wieder darauf hinzuweisen.

 

 

 

Den Eltern, die das Buch hoffentlich auch lesen, vermittelt es einen Einblick in die „Seele“ des Kindes und in die Vielschichtigkeit des Erlebens hochbegabter Kinder. Manches sehen sie dann vielleicht gelassener – zum Beispiel die Sache mit den Freunden…

 

Besonders gut finde ich, dass die einzelnen Kapitel (z.B. Muss Schule eigentlich immer langweilig sein? Oder Sei nicht immer so ungeduldig!) zum Nachdenken einladen, verschiedene Sichtweisen einbringen, aber niemals belehrend oder besserwisserisch wirken. (Deswegen gibt es wohl auch keine direkten Empfehlungen, was man wie machen könnten 😉) Und dass die Texte am Ende jedes Kapitels ausdrücklich zum Nachdenken über die persönliche Sichtweise und das persönliche Erleben einladen (z.B. Uns würde dein Traum von der idealen Schule interessieren. Du kannst ihn hier niederschreiben. Oder: Was meinst du – soll man sich anpassen, nur um dazu zu gehören?).

 

Das einzige, was mir gefehlt hat, war ein Kapitel über das „unlogische Verhalten der Erwachsenen“ (eines der Lieblingsthemen meiner Kinder).

 

Auf jeden Fall empfehlenswert, auch für Eltern (auch wenn sich das Buch direkt an Kinder im Volksschulalter wendet) – sie finden viele Ideen, die sie im täglichen Gespräch mit ihrem hochbegabten Kind einbauen können. Einziger „Wermutstropfen“ für mich als Österreicherin: die Sprache, die für mich durchgehend sehr „deutsch-deutsch“ wirkt…

 

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