"Mehr von"...

Für mein persönliches Verständnis von Hochbegabung und dem Umgang mit dieser Gabe war der Ansatz von Andrea Brackmann ausschlaggebend: Diese deutsche Psychologin - sie ist selbst hochbegabt - erklärt in ihren Büchern, dass für sie Hochbegabung nicht auf die Intelligenz beschränkt ist sondern sich auch andere Teile der Persönlichkeit bezieht.

Und zwar auf das "Wahrnehmen" und das "Fühlen".

 

Sehr gut nachvollziehbar ist dieser Ansatz mit Hilfe der folgenden Listen, die auch einen erste Einschätzung der eigenen Begabungen ermöglichen:

 

 

Mehr denken

 *Erfassen komplexer Zusammenhänge
* Auffinden vielfältiger Lösungswege
* hohe Auffassungsgabe
* Finden neuer Gedankenverbindungen und Ideen
* Anstellen weitreichender Überlegungen
* schnelleres Denken
* Berücksichtigung zahlreicher Aspekte

* Schwierigkeiten bei einfachen Aufgaben
* Vorauseilendes Denken
* Ungeduld und Langeweile
* überhöhtes Streben nach Perfektion
* “Kopf in den Wolken“, “über den Dingen schweben“
* Widerstand gegen Alltagsroutine
* Schwierigkeiten bei Meinungsbildung, Entscheidungsfindung

Mehr fühlen

* reiches Innenleben, starke Emotionen
* hohe Empfindungsfähigkeit
* starker Gerechtigkeitssinn
* hohes Einfühlungsvermögen und Mitgefühl
* kreative, künstlerische Potenziale

* Überempfindlichkeit, Dünnhäutigkeit
* Gefühlsausbrüche
* Stimmungsschwankungen, sich vieles zu Herzen nehmen
* himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt
* Misserfolge und Kritik schwer verarbeiten


Mehr wahrnehmen

 

* hohe sensorische Sensibilität
* feinfühlige Sinneswahrnehmung
* gute visuelle Wahrnehmung
* Fingerspitzengefühl
* gute Detailwahrnehmung

* Lärm-, Licht- und Berührungsempfindlichkeit
* Ablenkbarkeit (zu viele Eindrücke!)
* Vermeiden von Körperkontakt
* herabgesetzte Schmerzgrenze
* Reizüberflutung (Sport, Menschenmengen, Lärm in der Klasse)
* schlechte Strukturierungsfähigkeit bei Reizüberflutung